Räder mit Hilfsmotoren

Pedelecs und E-Bikes – Regelungen

Fahrräder, bei denen während des Fahrens Trethilfe über einen kleinen Motor zugeschalten werden kann, nennt man Pedelecs (englisch: Pedal Electric Cycle). Der Motor unterstützt auch nur dann, wenn die Drehbewegung über einen Kraft- bzw. Bewegungssensor erkannt wird.

Beim E-Bike wird die Motorleistung über einen Drehgriffschalter oder über einen Knopf ähnlich wie bei einem Motorroller gesteuert. Das heißt, dass das Rad sowohl mit als auch ohne Tretunterstützung fahren kann.

Häufig werden aber für beide Fahrzeugkategorien beide Begriffe verwendet. Fahrradrikschas mit Hilfsmotor sind aber in der Regel Pedelecs.

Geregelt wird dies in den EU-Richtlinien aus dem Jahr 2002:

Fahrräder mit Hilfsmotor gelten nur solange als zulassungsfrei

  • wie der Motor nur bis zu einer maximalen Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützt,
  • die Motorenleistung 250 Watt nicht überschreitet
  • und der Motor nicht als alleiniger Antrieb fungiert (ausgenommen der 6km/h-Anfahrhilfe).

Link zum genauen Text der Richtlinie

Diese Fahrzeuge sind zulassungsfrei, das heißt sie benötigen in Deutschland weder ein Versicherungskennzeichen noch besteht eine Führerscheinpflicht.

Ist ein Hilfsmotor überhaupt sinnvoll?

Bei der Frage ob man für ein Normalrad, ein Fahrradtaxi oder ein Transportrad einen Motor benötigt oder eben nicht gibt es unterschiedliche Ansichten. Im flachen Terrain, bei einem Fahrrad in Leichtbauweise und bei einer einigermaßen fitten Fahrerstaffel wird in der Regel kein Hilfsmotor benötigt. Im Fahrradtaxi fühlen sich aber manche Menschen unwohl, wenn jemand für sie in die Pedale tritt. Wird dann erwähnt, dass das Fahrzeug über einen Hilfsmotor verfügt, fühlen die Gäste sich meist wohler obwohl man diese Unterstützung paradoxerweise vielleicht gar nicht benutzt.

Motorunterstützung kann hilfreich sein, wenn

  • mit häufigem Stop-and-Go und damit mit öfterem Anfahren zu rechnen ist.
  • mehrere bzw. längere Steigungen zu bewältigen sind.
  • bei längeren Strecken dauerhaft eine Geschwindigkeit zwischen 20 und 25 km/h erwartet wird.

Hilfsmotor mit Scheibenbremse

Sind Pedelecs im flachen Gelände unterwegs, so ist auch eine höhere Zuladung möglich. Das Velocab Modell London bspw. ist sogar für drei Fahrgäste ausgelegt. Theoretisch könnte man sogar bei einem motorunterstützten Bahnhofs-Rikscha-Shuttle einen Fahrradanhänger für das Gepäck anhängen, praktisch wird aber wahrscheinlich auch das Unwohlsein der Gäste bei diesem Anblick größer.

Bei konventionellen Antriebskonzepten wurden bisher meist die günstigen Blei-Gel-Akkumulatoren verwendet, die allerdings auch meist nicht leicht sind und das Leergewicht des Fahrzeugs nicht ganz unerheblich erhöhen können und sich somit ein wenig negativ auf das Fahren ohne Motor auswirken. In der Regel kommen die Akkus nach einem Arbeitstag wieder an ein Ladegerät.

Hilfsmotoren und Akkus an einem gewerblichen genutzten Fahrradtaxi oder Transportrad werden meist mehr beansprucht als an manch anderem Pedelec, deswegen ist die Lebenserwartung von ihnen meist auch leider etwas kürzer.

Energie erneut der Antriebsenergie zuzuführen ist das Ziel der Entwicklung von elektromotorischen Bremsen (Link zur Wikipedia). Allerdings machen die nur Sinn, wenn auch die Akkus in der Lage sind entsprechend schnell Energie aufzunehmen.

Du möchtest ein Rad mit einem Hilfsmotor nachrüsten oder wissen welche Akkus für Pedelecs geeignet sind?

Foto, Quelle: Flickr, Urheber: Ben Cooper, Bestimmte Rechte vorbehalten

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